Persona 4 Revival: Warum Atlus den RPG-Klassiker nicht reparieren muss, sondern befreien will
Das Schöne an einer gamescom ist ja nicht nur, dass man neue Spiele und Produkte ausprobieren darf, sondern auch, dass man manchmal seine persönlichen Legenden trifft. Zwar musste ich meinen Fragenkatalog auf Persona 4 Revival beschränken, trotzdem habe ich mich darüber gefreut Persona-Veteran Kazuhisa Wada ausfragen zu dürfen. Das innere Fangirl kam ehrlicherweise vielleicht bei der einen oder anderen Frage schon an die Oberfläche.
"In Summe zu viel": Giannikis hadert mit Defensive und dem Schiri
Beim 2:4 im Topspiel gegen Hansa Rostock bekam der 1. FC Saarbrücken gnadenlos seine Schwächen aufgezeigt. Trainer Argirios Giannikis haderte nach Spielende mit der Anfälligkeit nach Standards, aber auch mit dem Schiedsrichter. h-doctor.club
Drei Gegentore nach Standards
Als Seung-Joon Lee nur 70 Sekunden nach Wiederanpfiff das 1:1 erzielte, war der FCS wieder voll im Spiel und hatte noch reichlich Zeit, die Partie auf seine Seite zu ziehen. Doch anstatt das Spiel zu drehen, kassierten die Saarländer binnen 19 Minuten gleich drei Gegentore, die allesamt alle per Standards fielen. Beim 1:2 (55.) und 1:4 (74.) schlug die Kogge jeweils per Ecke zu, das 1:3 (60.) fiel nach einem Strafstoß. Trainer Argirios Giannikis war vom Abwehrverhalten seiner Mannschaft dabei alles andere als begeistert.
"Natürlich kann man nicht alles wegverteidigen. Aber wenn ich nicht zum Ball gehe, fehlt die Basis", sagte er am "MagentaSport"-Mikrofon. Namentlich sprach der Deutsch-Grieche zwar niemanden direkt an, doch die Worte gingen unter anderem in Richtung von Siemen Voet, der sich von sich aus selbstkritisch zeigte und Verantwortung dafür übernahm, dass die Hereingaben bei den Eckstößen nicht geklärt wurden. Der Kopf habe dabei keine Rolle gespielt, vielmehr fehlte der Fokus, so der 26-Jährige: "Vielleicht waren wir nicht wach genug."
"Ziemlich schnell" für Hansa gepfiffen
So stand für Giannikis am Ende eine "unnötige Niederlage, weil wir aus dem Spiel heraus die bessere Mannschaft waren, mehr Torchancen und mehr Ballbesitz hatten. Ich habe uns nicht zwei Tore schlechter gesehen". Letztlich habe sein Team im Hinblick auf die Standards "ein bisschen Lehrgeld bezahlt", befand der FCS-Coach. Positiv war aber, wie der FCS mit den Rückschlägen umgegangen war. Statt sich mit der Niederlage in der Schlussphase abzufinden, stemmten sich die Blau-Schwarzen dagegen und kamen immerhin noch zum 2:4 durch Pick (76.). "Wir haben schon in den ersten drei Pflichtspielen gezeigt, dass wir bis zur letzten Minute kämpfen", hob Voet hervor. "Wir hatten die Chancen und haben wieder zwei Tore gemacht, vielleicht kann ich auch noch ein drittes machen", zeigte sich der Belgier auch diesbezüglich selbstkritisch.
Unterdessen haderte Giannikis nicht nur mit Unzulänglichkeiten in der Defensive, sondern auch mit Schiedsrichter Michael Bacher. "Es gab ein paar Abseitssituationen, die schon grenzwertig waren", schimpfte er. Generell sei in vielen Szenen "ziemlich schnell" für Hansa gepfiffen worden. "Und wenn ich sehe, wie oft Nankishi am Trikot gezogen wurde und nicht geahndet wurde, während bei uns jeder Stupser gepfiffen wurde. In Summe war das dann zu viel." Co-Trainer Gaetan Krebs hatte sich nach 76 Minuten gar derart über eine Entscheidung von Bacher aufgeregt, dass er die rote Karte gesehen hatte. Nach der ersten Liga-Niederlage nach zuvor zwei Siegen sind die Saarländer in der Tabelle auf Platz 4 abgerutscht. Zurück in die Spur soll es nächsten Samstag in Meppen gehen. Bis dahin dürfte vor allem das Verteidigen von Standards auf dem Trainingsplan stehen.
Joe Dean gewinnt British Masters – vom Supermarkt-Fahrer zum Champion


Mit Schlussrunde 63 stürmt Joe Dean von sieben Schlägen zurück und gewinnt die British Masters 2026 – mit Ehefrau Emily als Caddieträgerin.
Märchenhaftes Comeback am Belfry
Sieben Schläge Rückstand, Weltranglistenplatz 292, kein einziger Sieg auf der DP World Tour – und dennoch war Joe Dean am Sonntagabend der strahlende Sieger der Husqvarna British Masters 2026 auf dem Brabazon Course in The Belfry, Sutton Coldfield. Der 32-jährige Engländer spielte eine 63 in der Schlussrunde, neun Birdies insgesamt – davon vier allein in den letzten sechs Löchern – und beendete das Turnier auf 14 unter Par. Drei Schläge trennten ihn am Ende von der Verfolgergruppe.
Vier Spieler teilten sich den zweiten Platz bei 11 unter Par: Nacho Elvira, der mit einer 69 abschloss, Daniel Hillier mit 73 – der nach Runde drei noch die Führung gehalten hatte –, sowie Niklas Norgaard und Jakob Skov Olesen, die beide eine 71 spielten. Keiner von ihnen konnte Deans überragende Aufholjagd stoppen.
Vom Morrisons-Lieferwagen in den Siegerkreis
Deans Weg zum ersten DP-World-Tour-Titel war alles andere als geradlinig. Von 2020 bis 2024 fuhr der beim College Pines Golf Club in Worksop beheimatete Profi Lieferwagen für den britischen Supermarktriesen Morrisons – der einzige Weg, seine Karriere zwischen den Tourkarten zu finanzieren. Dazwischen kämpfte er sich durch europäische Entwicklungs- und Minitours; 2021 gelang ihm ein Sieg auf der Europro Tour.
Der Durchbruch war ihm bereits 2024 gelungen: Ein geteilter zweiter Platz beim Magical Kenya Open im Februar, verbunden mit einem Preisgeld von 222.994 US-Dollar, sicherte ihm die volle DP-World-Tour-Karte und war sein bis dahin größter Erfolg auf der Haupttour. Im selben Jahr folgte ein T25-Ergebnis bei der Open Championship in Royal Troon. Im Juli dieses Jahres sicherte er sich über den erstmals ausgetragenen R&A Last-Chance Qualifier einen Startplatz bei der 154. Open Championship – mit seiner damaligen Verlobten Emily als Caddieträgerin an seiner Seite.
Frisch verheiratet und sofort erfolgreich
Kurz nach der Open Championship gaben Joe und Emily Dean sich das Jawort. Die Husqvarna British Masters waren ihr erstes gemeinsames Turnier als Ehepaar – und gleich ein historisches. Emily trug die Tasche, stand in den entscheidenden Momenten neben ihrem Mann und erlebte, wie er Loch für Loch die Konkurrenz hinter sich ließ.
„Ich kann ihr gar nicht genug danken für das, was sie mit mir aushalten muss", sagte Dean nach dem Triumph. „Abseits des Platzes war das schon schwer genug mit den Höhen und Tiefen. Jetzt ist es auf und neben dem Platz. Ich hoffe, ich habe sie stolz gemacht." Das Preisgeld für diesen Sieg übertraf seine gesamten Einnahmen aus allen 19 Saisonstarts zuvor.
Plötzlich im Ryder-Cup-Gespräch
Das von Sir Nick Faldo ausgerichtete Turnier auf dem Brabazon Course – The Belfry war bereits viermal Schauplatz des Ryder Cups – war gleichzeitig das erste Qualifikationsturnier für das europäische Ryder-Cup-Team 2027. Mit seinem spektakulären Sieg katapultierte sich Dean schlagartig in die Wertung. Der Mann, der noch vor zwei Jahren für Morrisons Bestellungen auslieferte, träumt nun vielleicht von einem Platz in Europas Ryder-Cup-Team.
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